Hauptinhalt

Interview Thomas Schröck, The Natural Gem
„Bei Edelsteinen gibt es keine Schnäppchen!“
Wie Privatanleger den passenden Edelstein finden, welche Tücken der Markt bereithält und wo Thomas Schröck derzeit das größte Investmentpotenzial sieht – GEWINN hat es für Sie herausgefunden.
GEWINN: Herr Schröck, was macht Edelsteine für Privatanleger besonders interessant und für wen sind sie als Investment geeignet?
Schröck: Edelsteine sind für alle Anleger interessant, die bereits in anderen Anlageklassen investiert sind. Wir befinden uns im Bereich der alternativen Realinvestments, sind also mit Anlageklassen wie Gold, Wein, Oldtimern und Kunst vergleichbar. Die allermeisten unserer Kunden haben Gold und wollen Edelsteine als nichtspekulative, mittel- bis langfristige Investmentalternative ins Portfolio aufnehmen. Edelsteine können dabei als Rückgrat einer Vermögensveranlagung über längere Zeit dienen. Die Vorteile des Edelsteins gegenüber Gold: Er ist kleiner, leichter zu transportieren und auch leichter zu lagern. Man kann also eine höhere Investitionssumme in einem kleineren Volumen zusammenfassen.
GEWINN: Sieht man auch bei Edelsteinen gerade eine ähnliche Preisdynamik wie bei Gold? Treiben die aktuellen geopolitischen Risiken die Preise?
Schröck: Definitiv! Bei Farbedelsteinen haben wir stark steigende Preise gesehen. Generell fördern Unsicherheiten an den globalen Finanzmärkten die Preise am Edelsteinmarkt. Die größten Steigerungen hatten wir während des ersten Covid-Jahrs mit einem durchschnittlichen Plus von 28 Prozent. Der Nachfragesog war extrem groß und ging von Asien aus über die ganze Welt.
GEWINN: Was muss man beim Kauf und auch beim Verkauf von Steinen in physischer Form als Investor beachten?
Schröck: Das Wichtigste zuerst: Edelsteine immer mit Zertifikat kaufen! Nur so können Fälschungen ausgeschlossen und ungewollte Farbbehandlungen nachgewiesen werden. Wer ohne Zertifikat kauft, dem ist aus meiner Sicht nicht zu helfen! Es ist dem Investor auch unbedingt zu empfehlen, beim Händler, der den Stein verkauft, eine spätere Ankaufsmöglichkeit abzuklären. Unseren Kunden machen wir ab einer Behaltedauer von fünf Jahren immer ein Ankaufsangebot.
GEWINN: Welche Steine kommen für ein Investment überhaupt in Frage?
Schröck: Anstatt sein Geld in nur einen Edelstein zu investieren, sollte man zumindest mit einem Portfolio von zwei bis fünf Steinen diversifizieren. Wir empfehlen, immer einen Rubin, einen Blausaphir und einen Smaragd im Portfolio zu haben. Diese Steine sind am berühmtesten und lassen sich einfach verkaufen. Ein geeigneter Stein fängt bei einem Mindestinvestment von 2.500 Euro an und sollte mindesten fünf Jahre gehalten werden.
GEWINN: Welcher Edelstein hat aus Ihrer Sicht das größte Anlagepotenzial?
Schröck: Der Rubin ist unser Favorit, da er das größte Wertsteigerungspotenzial hat, am seltensten und weltweit am gefragtesten ist. In den letzten 30 Jahren hat sich der Rubin im Durchschnitt um acht Prozent pro Jahr verteuert. Bei Blausaphiren und Smaragden sind wir bei einer Wertsteigerung von vier bis sechs Prozent pro Jahr je nach Qualitätsklasse. Grundsätzlich steigen Spitzenqualitäten immer stärker als der Durchschnitt. Weiße Diamanten haben eine stark negative Wertentwicklung erfahren, weshalb wir diese für einen Anlagehorizont von fünf bis sieben Jahren nicht empfehlen. Der Grund: Der weiße Diamant ist weitaus häufiger zu finden als angenommen.